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Aktivitäten 2009

Wandern im Löwensteiner Grund (03-2009)

Der Frühling kann nicht mehr weit sein: Kraniche kehren aus dem Süden zurück, Schneeglöckchen und Winterlinge setzen erfrischende Farbtupfer am Wegesrand und die ersten Vögel vertreiben die winterliche Ruhe.
Ein guter Grund für den Partnerschaftsverein Fritzlar–Burnham on Sea/Highbridge zum zweiten Mal in diesem Jahr die Wanderschuhe zu schnüren. Mehr als 30 Vereinsmitglieder folgen gern der Einladung, gemeinschaftlich ein Stück Nordhessen zu erkunden und machen sich auf in die 339-Seelen-Gemeinde Gilsa.
Gilsa? Ist das nicht das kleine Örtchen mit der langen adeligen Geschichte? Ja, ganz recht! Herr Dr. Friedrich-Wilhelm von und zu Gilsa höchstpersönlich begrüßt die Wanderer nach der ersten Teilstrecke in der kleinen Dorfkirche und nimmt uns mit auf eine äußerst interessante und lebendige Reise in die vielleicht doch nicht immer so guten alten Zeiten in und um Gilsa.
Von plündernden und brandschatzenden Horden im 30-jährigen Krieg ist die Rede, von bitterer Armut der einfachen Leute, aber auch von „Schutz und Schirm“ durch die Adelsfamilie.
Namen auf der regionalen Landkarte erhalten einen ganz neuen Klang, wenn das "Gericht Waltersbrück" und das "Amt Borken" im Vortrag zu alter Größe und Bedeutung aufblühen. 1209 wurde die Ortschaft "Gilse" zum ersten Mal in einem Güterverzeichnis urkundlich erwähnt; dort besaß das Petersstift zu Fritzlar eine „Manse“ (Hofstatt mit Ackerland).
Heute sind sich die Gilsaer sicher darin einig, ihre Kirche im Dorf zu lassen. Wir erfahren aber, dass dies nicht immer so war. Warum 2 Metzen Korn für den Pfarrer abgeben, wenn es doch die Nachbarkirche in Bischhausen bisher auch getan hat? Wir freuen uns bei unserem heutigen Besuch in Gilsa, dass es dann doch Ende des 16. Jahrhunderts zum Bau der ersten Kirche kam und wir in deren steinernen Nachfolgerin so viele geschichtliche Zeugnisse bestaunen können.
Die Reise in die Vergangenheit endet mit netten Anekdoten zu den im Altarraum aufgereihten Familienwappen, mit der schaurigen Erinnerung an eine Hinrichtung in Borken und der allgemeinen Erleichterung, im Hier und Jetzt leben zu dürfen.
Wir bedanken uns ganz herzlich für diesen kurzweiligen und bereichernden Vortrag, merken uns das Datum für die 800-Jahr-Feier in diesem Jahr am letzten Juni-Wochenende und brechen auf zur nächsten Station unseres Ausflugs, dem Gilsaer Landcafé. Ganz nach dem Motto: "Eine Wanderung ohne Gasthaus ist wie ein Tag ohne Lachen."
Frisch gestärkt treten wir den Rückweg über Reptich an und freuen uns schon auf die nächste Gelegenheit, wenn es wieder heißt: "We're walking, yeah, we're walking…"

Die Wanderer auf der Brücke über die Gilsa
(Foto: Harald Schmidt, Fritzlar)

Weitere Bilder finden Sie in unserer Bildergalerie.

 


 

Auf zur Weidelsburg (01-2009)

Nordhessens größte Burgruine, die Weidelsburg, war am letzten Januarsonntag 2009 Ausgangspunkt einer Winterwanderung des englischen Partnerschaftsvereins Fritzlar – Burnham on Sea-Highbridge e.V. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und der Aussicht auf Sonne am Nachmittag versammelten sich zwei Dutzend Unerschrockene am Grauen Turm und starteten in Fahrgemeinschaften zur ersten gemeinsamen Aktion im neuen Jahr.
Schon bei der Ankunft am Parkplatz unterhalb der Weidelsburg in Ippinghausen war klar: Den Aufstieg auf den Weidelsberg verschieben wir auf ein nächstes Mal. Der Regen der vergangenen Tage hat sich mit den Schneeresten zu einer spiegelglatten Eisfläche verschmolzen.
Noch vor wenigen Jahren hätten sich zwar die meisten von uns über solch eine „Todespiste“ zum Gleitschuhfahren gefreut. Heute denken wir allerdings sofort an mögliche Knochenbrüche und Verdienstausfälle und entscheiden uns daher für den ebenen, wenn auch ziemlich unwegsamen Trampelpfad unterhalb des Berges. Das Gruppenfoto vor der ehrwürdigen alten Eiche zeigt die Wanderer munter und wohlauf nach dieser ersten Herausforderung quer durch Brombeerschlingen und umherliegende Äste.
Was wäre aber eine Wanderung ohne Einkehr? Unser Ziel zur Stärkung heißt diesmal Café Hasenacker bei Naumburg. Auf dem Weg dorthin werden die angeregten Gespräche in den wechselnden Wandergrüppchen immer mal wieder durch ein „Achtung Eis!“; „Vorsicht – Glatt!“ oder auch ein verhaltenes „Wer hat denn den Weg ausgesucht? – Wenn ich den erwische…“ unterbrochen.
Der Sturm Kyrill hat offenbar auch in diesem Wald sein Unwesen getrieben und auf einer Windbruchlichtung fühlen sich Einige bereits in das Dartmoor in Cornwall versetzt: „Jetzt noch eine Portion englischer Nebel dazu, das Heulen eines verwilderten Hundes und tiefschwarze Nacht…“. Doch die Rettung ist nah: Bei Kaffee und Kuchen oder auch deftigem Sauerkraut und Kasseler sind alle Kräfte schnell wieder mobilisiert und die Pläne für nächste Ausflugsziele und Fahrten mit unseren englischen Freunden im Sommer werden konkreter.
Die Autos sind inzwischen geholt und es geht auf nach Naumburg, zur letzten Etappe des heutigen Tages – dem privaten Heimatmuseum der Familie Jacobi. Umgeben von wahren Schätzen aus Nordhessens Handwerkskunst und alltäglichem Haushaltszubehör der „guten alten Zeit“ sprudeln die Erinnerungen nur so los.
War es nicht erst gestern, als unsere Mütter in diesen Waschkesseln Wäsche oder Wurst gekocht haben und als wir genau so einen Etagenofen ausgemistet haben, weil er zwar schnell heiß, aber genauso schnell auch wieder kalt war?
Ja, und die Schule erst! „Weißt Du noch , wie wir in diesen Bänken gesessen haben, immer irgendwo mit Tinte bekleckert und im ständigen Kampf mit der Sütterlinschrift?“ - „Wir haben uns doch seitdem kaum verändert, oder?“
Dieses ganz besondere Museum merken wir uns für unsere Gäste aus Burnham-on-Sea, werfen einen letzten Blick auf den alten Volksempfänger und den Dreschflegel und freuen uns schon auf die nächste Wandertour, die bereits ausgekundschaftet ist.
Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei August Becker und den weiteren Wander-Pfadfindern für die Initiative und bei Harald Schmidt für die schönen Erinnerungsfotos.

Foto: Harald Schmidt

 

 

 

 

 


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